Multibrennstoff in der Schweiz: Preisvolatilität ab dem Vorprojekt abfedern
Scheitholz, Pellets oder Hackschnitzel: Wie ein Multibrennstoffkessel Preisschwankungen glättet und welche kantonalen Förderungen in der Schweiz möglich sind.
Sind Energiepreise wirklich unvorhersehbar?
Zwischen 2021 und 2024 schwankte der Preis für ENplus-A1-Pellets in der Schweiz von rund CHF 300 auf über CHF 500 pro Tonne, bevor er wieder sank. Heizöl hat sich innert 18 Monaten verdoppelt und dann halbiert. Diese Volatilität trifft alle fossilen Brennstoffe, in geringerem Mass aber auch die Holzenergie.
Der Vorteil eines Multibrennstoffkessels liegt nicht darin, den Markt vorherzusagen, sondern je nach Möglichkeit den Brennstoff zu wechseln, ohne den Kessel zu ersetzen.
- Heizöl und Gas: Schwankungen von ±40 % innert eines Jahres sind möglich.
- ENplus-A1-Pellets: gleichmässigerer Preis, aber abhängig vom Industrieholzmarkt.
- Scheitholz und Hackschnitzel: tiefer Materialpreis, jedoch wetter- und saisonabhängig.
Wie federt ein Multibrennstoffkessel Preisschocks ab?
Ein Biomasse-Multibrennstoffkessel verbrennt Scheitholz, Pellets oder Hackschnitzel in derselben Brennkammer. Der Wechsel erfolgt durch eine einfache Parameteranpassung in der Regelung, ohne schweren technischen Eingriff oder Umbau am Kessel.
- Scheitholz: tiefster Brennstoffpreis bei lokalem Zugang, aber manuelle Beschickung und Autonomie von 2-3 Tagen.
- ENplus-A1-Pellets: hohe Energiedichte, vollautomatisch, Preis über Jahresverträge geglättet.
- Hackschnitzel: oft 30 bis 40 % günstiger als Pellets, erfordern aber eigene Logistik (Silo, Schnecke).
- Automatische Umschaltung: bei manchen Modellen wählt die Regelung den Brennstoff nach Preis, Silostand oder Emissionen.
Welche Reflexe ab dem Vorprojekt für mehr Flexibilität?
Die Dimensionierung des Lagers bestimmt Ihren Handlungsspielraum. Ein Pelletlager von 4 bis 6 Tonnen deckt eine ganze Heizperiode für ein Einfamilienhaus ab und erlaubt es, in Tiefpreisphasen einzukaufen.
- Ein Pelletlager für 12 Monate Autonomie vorsehen, nicht nur für die Heizperiode.
- Ergänzend einen Scheitholzlagerraum für 8 bis 12 Ster, belüftet und trocken (Feuchte < 20 %) einplanen.
- Ein Modell wählen, das EcoDesign 2015/1189 und EN 303-5 Klasse 5 erfüllt, etwa die Multibrennstoffkessel von Tatano, um förderfähig zu bleiben und Feinstaub zu begrenzen.
- Einen zertifizierten Wärmezähler einbauen: das löst in Genf einen Bonus von CHF 1 000 aus und vereinfacht die jährliche Bilanz.
Welche kantonalen Förderungen rechnen sich für mehr Flexibilität?
Das Schweizer Förderprogramm Gebäude legt die Beträge kantonal fest. Holz wird ausdrücklich gefördert, und mehrere Westschweizer Kantone bieten attraktive Pauschalen für automatische Anlagen, die Multibrennstoffkessel einschliessen.
- Waadt (M-03, automatische Holzheizung ≤ 70 kW): CHF 8 500 bei < 20 kW oder Einfamilienhaus, sonst CHF 4 500 + CHF 200/kW.
- Waadt (M-02, Scheitholz/Pellets mit Speicher): CHF 4 500.
- Genf (≤ 70 kW): CHF 3 000 + CHF 50/kW, plus CHF 1 000 mit zertifiziertem Wärmezähler.
- Klimaprämie KliK: rund CHF 1,80 pro Liter Heizöl oder m³ Gas, ohne Obergrenze, aber Anmeldung vor Bestellung erforderlich.
- Immer den Tarif des betroffenen Kantons prüfen: Beträge, Deckel und technische Bedingungen variieren.
Quellen
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