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Pellets oder Hackschnitzel für einen Neubau in der Schweiz: was der Architekt im Vorprojekt klären muss

Neubau in der Schweiz: Pellets oder Hackschnitzel — Lager, Technikraum und Förderung gegenüberstellen, bevor die Pläne fixiert werden.

Aktualisiert am 12. September 2026·5 Min. Lesezeit

Pellets oder Hackschnitzel: welcher Brennstoff für einen Neubau in der CH?

Beide Brennstoffe sind über das Programm «Gebäude» und den Gebäudeprogramm förderfähig, aber ihre Logistik unterscheidet sich grundlegend. ENplus-Pellets haben eine hohe Energiedichte (≈ 650 kg/m³) und brauchen wenig Lagerraum; Hackschnitzel sind lokaler und günstiger, benötigen aber 2- bis 3-mal mehr Volumen für die gleiche nutzbare Wärme.

Die Entscheidung hängt weniger vom kWh-Preis ab als von der Machbarkeit des Silos, der LKW-Zufahrt und der verfügbaren Technikraumfläche.

Lager und Logistik: was bereits im Vorprojekt stehen muss

Für eine automatische Heizung ≤ 70 kW in einem kleinen Mehrfamilienhaus rechnen Sie mit 1,5 m³ pro Tonne Pellets (Saugblas-LKW, Distanz ≤ 30 m) gegenüber 2,5–3 m³ pro Tonne trockener Hackschnitzel (Kipper mit Schnecke). Wenderadius des Lieferfahrzeugs und Tragfähigkeit der Bodenplatte des Silos werden im Plan festgelegt.

  • Pellets: Einblas-Silo von 4–8 m³ reicht für ein Wohngebäude.
  • Hackschnitzel: trockener, belüfteter Raum mit Schnecke oder Saugsystem.
  • Schauluke und Füllstandsonde für beide Systeme vorsehen.
  • Maximale Distanz Lager–Kessel: 10–15 m für die Förderschnecke.

Technikraum: Platzbedarf und Brandschutz

Ein Pelletkessel braucht 1–2 m² Stellfläche; ein Hackschnitzelkessel mit Förderanlage 3–5 m². Dazu kommen Pufferspeicher (500–1 000 L bei 20–50 kW) und Aschebehälter: rechnen Sie mit 8–12 m² Nutzfläche.

Brandschutztüren EI 30, Abstände zu brennbaren Bauteilen, Zu- und Abluft: SUVA und VKF listen die Auflagen für die Baubewilligung.

  • Raumhöhe ≥ 2,20 m für Wartungszugang.
  • Dichter Boden mit Auffangwanne für Asche.
  • Verbrennungsluft-Anschluss sauber dimensionieren (oft Ø 160 mm).
  • Rauchrohr und Abgasführung gemäss EN 303-5 Klasse 5.

Förderung und Jahresnutzungsgrad: was zu belegen ist

Automatische Holzheizungen ≤ 70 kW lösen die kantonale Förderung aus — Waadt M-03 gibt CHF 8 500 bei < 20 kW oder Einfamilienhaus, sonst CHF 4 500 + CHF 200/kW; Genf zahlt CHF 3 000 + CHF 50/kW plus CHF 1 000 für einen zertifizierten Wärmezähler. Hinzu kommt der Gebäudeprogramm KliK: rund CHF 1.80 pro eingesparten Liter Heizöl (oder m³ Gas), ohne Deckel — Anmeldung zwingend VOR der Bestellung.

Jahresnutzungsgrad ≥ 88 % anpeilen (EcoDesign EU 2015/1189, EN 303-5 Klasse 5) und eine jährliche Wartung (Reinigung, Ascheentleerung, Dichtheitsprüfung) im Servicevertrag festschreiben.

  • Immer den aktuellen Kantons-Tarif auf der offiziellen Website prüfen.
  • KliK: kein Deckel, aber vollständiges Dossier vor Inbetriebnahme.
  • EcoDesign-Datenblatt und EN 303-5-Zertifikat beim Hersteller verlangen.
  • Wartung: mindestens 1 Besuch/Jahr, Wartungsvertrag bei Mehrfamilienhäusern empfohlen.

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