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Pellets oder Hackschnitzel für einen Mehrfamilienneubau in der Schweiz: die Entscheidung im Vorprojekt

Kurzer Leitfaden für Schweizer Architekten — Pellets vs. Hackschnitzel: Lager, Technikraum, kantonale Förderungen und Gesamtkosten ab Vorprojekt.

Aktualisiert am 31. August 2026·4 Min. Lesezeit

Pellets oder Hackschnitzel: Was passt zu einem Neubau?

Für einen Mehrfamilienneubau in der Schweiz sind Pellets und Hackschnitzel beide über das Programm Bâtiments förderfähig. Die Entscheidung hängt von drei konkreten Kriterien ab: verfügbare Fläche im Technikraum, akzeptierte Lieferfrequenz in der Nachbarschaft und Brennstoffkosten über 10 Jahre.

Hackschnitzel brauchen 2- bis 3-mal mehr Lagervolumen als Pellets, dafür liegt ihr Preis pro kWh oft 30 bis 40 % unter dem von ENplus-zertifizierten Pellets.

Logistik und Lager: zwei ganz verschiedene Geometrien

Das Pelletlager ist kompakt, 3 bis 6 m³ für 10 bis 20 Wohnungen, befüllt per Saugfahrzeug über einen Aussenstutzen. Der Hackschnitzelraum wird in nutzbaren Kubikmetern gedacht: rechnen Sie mit rund 1 m³ je 650 kWh, mit Schrägboden und grosser Förderschnecke.

  • Pellets: 1–2 Lieferungen/Jahr, Zufahrtsbreite 60–80 cm zum Befüllstutzen
  • Hackschnitzel: 4–8 Lieferungen/Jahr, Wendekreis 12–14 m für LKW
  • Aussenstutzen und Kontrollschacht trocken und für LKW zugänglich planen

Technikraum und Leistung: in der Vorplanung mitdenken

Für ein Minergie- oder BBC-Neubau liegt die Nennleistung eines Pelletkessels zwischen 30 und 70 kW. Der Pufferspeicher sollte 1,5 bis 2 L pro Watt umfassen, also 800 bis 1 200 L bei 50 kW, um die Zyklen zu glätten und die Brennerlebensdauer zu verlängern.

Wartungsseitig 60 cm Freiraum vor dem Kessel vorsehen — passend zur Norm EN 303-5 und zu den Installationsempfehlungen von Tatano.

  • Typische Leistung 30–70 kW für 10–25 Wohnungen (BBC)
  • Pufferspeicher 1,5–2 L pro Watt (800–1 200 L bei 50 kW)
  • Raumhöhe ≥ 2,30 m, Kamin gemäss Schweizer Norm
  • Mindestens 60 cm Freiraum vor dem Kessel für die Wartung

Förderungen und Gesamtkosten: die Rechnung, die zählt

Das Programm Bâtiments fördert automatische Holzheizungen ≤ 70 kW nach kantonalem Tarif. Beispiele: Waadt (M-03, Mehrfamilienhaus) CHF 4 500 + CHF 200/kW, oder CHF 8 500 unter 20 kW oder Einfamilienhaus; Genf (≤ 70 kW) CHF 3 000 + CHF 50/kW, plus CHF 1 000 bei zertifiziertem Wärmezähler.

Die Klimaprämie KliK bringt rund CHF 1.80 pro Liter eingespartem Heizöl (oder m³ Gas), ohne Plafond — ein echtes Plus bei grösseren Anlagen. Wartung: eine Kaminreinigung pro Jahr und eine Brennertopf-Reinigung alle 2 bis 4 Monate reichen, um einen Jahresnutzungsgrad ≥ 85 % zu halten.

  • Waadt (M-03) Mehrfamilienhaus: CHF 4 500 + CHF 200/kW (CHF 8 500 < 20 kW oder EFH)
  • Genf (≤ 70 kW): CHF 3 000 + CHF 50/kW, + CHF 1 000 Wärmezähler zertifiziert
  • Klimaprämie KliK: ~CHF 1.80 / L Heizöl, ohne Plafond
  • Kamin jährlich, Brennertopf alle 2–4 Monate, Jahresnutzungsgrad ≥ 85 %

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