Pellets oder Hackschnitzel für einen Neubau in der Schweiz: die Entscheidung ab Vorprojekt
Holzheizung im Mehrfamilienhaus: Pellets oder Hackschnitzel? Logistik, Technikraum und Kosten ab dem Vorprojekt in der Schweiz.
Pellets oder Hackschnitzel: welche Kriterien entscheiden ab Vorprojekt?
In einem neuen Mehrfamilienhaus sind beide Lösungen automatisiert und EcoDesign-konform. Sie stellen den Architekten aber bereits im Entwurf vor sehr unterschiedliche Anforderungen.
Drei Kriterien sind entscheidend: verfügbares lokales Holz, Volumen des Technikraums und Lieferlogistik.
- ENplus-A1-Pellets: ca. 3 000 kWh/m³, kompakte Lagerung, LKW-Einblasung.
- Hackschnitzel: ca. 800 kWh/m³, 3- bis 4-faches Volumen bei gleicher Leistung.
- Hackschnitzel: zuverlässiger Lieferant im Umkreis von 30 km nötig, sonst kippt die CO₂-Bilanz.
- Pellets: standardisierte Qualität, kein Kran auf der Baustelle erforderlich.
Technikraum: wie viele Quadratmeter sind ab Vorprojekt einzuplanen?
Der Technikraum prägt das ganze Projekt. Faustregel: ~1 m³ Pelletlager pro 10 kW Jahresbedarf; für Hackschnitzel das 3- bis 4-fache.
Dazu kommen Pufferspeicher ≥ 20 L/kW, LKW-Zufahrt und ein aussenliegender Einfüllstutzen (Einblaslänge ≤ 20 m bei Pellets). Lichte Höhe ≥ 2,20 m.
- 20 Wohnungen ≈ 50-80 kW: 6-10 m³ Pellets oder 18-30 m³ Hackschnitzel.
- Puffer 1 000-2 000 L: lange Kessellaufzeiten, optimaler Jahresnutzungsgrad.
- Zu- und Abluftöffnungen vorgeschrieben, Einfüllstutzen direkt aussen zugänglich.
- Brandabschnitt gemäss VKF (Schweizerische Feuerwehrnorm).
Jahresnutzungsgrad und Wartung: was ändert sich wirklich?
Moderne Biomassekessel erreichen 90-95 % Jahresnutzungsgrad. Hackschnitzel verlangen häufigere Entaschung als Pellets.
Die EU-Verordnung 2015/1189 (EcoDesign) verlangt ≥ 75 % Jahresnutzungsgrad für Kessel ≤ 500 kW. Die Tatano-Palette erfüllt die Klasse 5 der EN 303-5.
- Pellets: ca. 1 h Wartung / Jahr, wöchentliche Entaschung.
- Hackschnitzel: 2-3 h / Jahr, deutlich mehr Asche.
- EN 303-5 Klasse 5: Staub < 30 mg/Nm³ bei 10 % O₂.
- ENplus A1: Feuchte ≤ 10 %, konstanter Heizwert für sichere Leistungsberechnung.
- EcoDesign 2022: strenge Grenzwerte für CO, NOx und Rauchgas-Trübung.
Förderungen: das Vorprojekt in der Schweiz optimal nutzen
Zwei Hebel sind kombinierbar: das Programm Bâtiments (kantonal) und die Klimaprämie KliK (national). Der Ansatz ist kantonsabhängig und muss vor dem Vorprojekt geprüft werden.
Die KliK-Anmeldung ist zwingend VOR der Bestellung nötig, ohne Förderplafond.
- Waadt M-03 (Pellets automatisch ≤ 70 kW): CHF 8 500 bei < 20 kW oder Einfamilienhaus; sonst CHF 4 500 + CHF 200/kW.
- Waadt M-02 (Stückholz/Pellets-Speicher): CHF 4 500.
- Genf (≤ 70 kW): CHF 3 000 + CHF 50/kW, + CHF 1 000 mit zertifiziertem Wärmezähler.
- Klimaprämie KliK: ca. CHF 1.80 / Liter Heizöl-Einsparung, ohne Plafond.
- Offizieller Simulator: leprogrammebatiments.ch für den kantonalen Ansatz.
Quellen
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