Multibrennstoffheizung Schweiz: Scheitholz + Pellets ab Vorprojekt kombinieren
Energieautonomie eines ländlichen Schweizer Projekts sichern: Scheitholz und Pellets auf einem Heizkessel kombinieren – Auslegung, Lager, Förderung.
Warum Scheitholz und Pellets auf einem Heizkessel kombinieren?
Ein bivalenter Heizkessel verbrennt zwei Brennstoffe – Scheitholz und Pellets – in derselben Brennkammer. Sie sichern die Versorgung bei Engpässen und wählen je nach Marktlage: lokales Scheitholz, wenn verfügbar, sonst ENplus-Pellets für den Rest des Jahres.
Für ein ländliches Schweizer Projekt ist diese Bivalenz eine konkrete Versicherung gegen Preisschwankungen und Lieferrisiken, ohne doppelten Platzbedarf oder doppelten Wartungsaufwand.
- Zwei Brennstoffe, ein Tiefbauaufwand.
- Automatische Umschaltung Scheitholz → Pellets (und umgekehrt) je nach Pufferspeicher-Füllstand.
- Bessere Abdeckung der Winterlastspitzen im alpinen Klima.
Wie wird das Projekt ab dem Vorprojekt ausgelegt?
Bivalenz gewinnt man in der Planung: Lagervolumen und Pufferspeicher müssen ab der APS festgelegt werden, sonst entstehen Nachträge auf der Baustelle. Drei Faustregeln reichen für eine erste Grössenordnung.
Diese Werte sind Richtwerte – mit dem Heizungsplaner und der Wärmebedarfsberechnung des Energiespezialisten abstimmen.
- Pufferspeicher: 1,5 bis 2 L pro Liter Feuerraumvolumen anpeilen (Minimum ≈ 1'000 L für ein Einfamilienhaus).
- Pelletlager: 1,5 × Jahresverbrauch einplanen, um Blaslieferungen aufzunehmen.
- Scheitholzlager: 10 bis 15 Ster für den Winter (≈ 6 bis 8 m³).
- Belüfteter Raum mit LKW-Zufahrt für das Silo vorsehen.
Welche Fördermittel in der Schweiz für eine bivalente Heizung?
Das Programm Gebäude – Holzheizungen vergibt Beträge, die jeder KANTON festlegt und auszahlt: den aktuellen Tarif immer vor dem Vorprojekt prüfen. Die Klimaprämie (Energie Zukunft Schweiz / Stiftung KliK) ergänzt mit rund CHF 1.80 pro Liter eingespartem Heizöl (oder m³ Gas), ohne Obergrenze – interessant bei grösseren Leistungen.
Nicht verhandelbar: Für die Klimaprämie muss die Anmeldung auf der Förderplattform VOR dem Kauf oder der Bestellung der Heizung erfolgen.
- Waadt – M-02 (Scheitholz/Pellets mit Speicher): CHF 4'500.
- Waadt – M-03 (Holz automatisch ≤ 70 kW): CHF 8'500 bei < 20 kW oder Einfamilienhaus, sonst CHF 4'500 + CHF 200/kW.
- Genf (≤ 70 kW): CHF 3'000 + CHF 50/kW, + CHF 1'000 mit zertifiziertem Wärmezähler.
- Klimaprämie KliK: ~CHF 1.80/l Heizöl eingespart, ohne Obergrenze.
- Kantonalen Tarif immer über den offiziellen Simulator bestätigen.
Welche Zertifizierungen sichern Bewilligung und Förderung?
Drei Referenzen decken das Dossier ab: technische Konformität des Heizkessels, Qualität des Brennstoffs und Rückverfolgbarkeit. Bereits in der APS ins Pflichtenheft aufnehmen, um Förderabsagen zu vermeiden.
Ein vollständiges Dossier, in einer Eingabe eingereicht, beschleunigt die kantonale Prüfung und schützt die Bauherrschaft.
- EcoDesign 2015/1189: Emissionsgrenzwerte und Mindestwirkungsgrad – in der Schweiz für Biomassekessel Pflicht.
- EN 303-5 Klasse 5: von den meisten Kantonen als Leistungsnachweis verlangt.
- ENplus A1 oder A2: Qualität, Feuchtigkeit und Rückverfolgbarkeit der Pellets – Rechnung mit Chargenangabe verlangen.
- Zertifizierter Wärmezähler: löst den Bonus von CHF 1'000 in Genf aus.
Quellen
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