MethodikFür Architekten

Pellets-Silo und Pufferspeicher ab der Vorplanung: die Methode für ein Minergie-Neubau-Projekt in der Schweiz

Silo, Pufferspeicher, Leistung, Förderungen: die methodische Checkliste für einen Pellets-Neubau in der Schweiz ab der Vorplanungsphase, mit Zahlen und Normen.

Aktualisiert am 19. August 2026·5 Min. Lesezeit

Warum Silo und Pufferspeicher schon in der Vorplanung?

In einem Minergie- oder Passivhaus-Projekt sinkt der Wärmebedarf oft unter 5 kW. Kessel und Nebenaggregate (Silo, Pufferspeicher, Ascheaustrag, LKW-Zufahrt) müssen daher ab der Vorplanung mitgedacht werden, nicht erst in der Ausführung.

Werden diese Volumen erst im Bauprojekt festgelegt, wird der Technikraum beschnitten, die Förderschnecke verlängert und die Saugleitung mit zu vielen Bögen verlegt. Bewährter Reflex: Silo im beheizten Volumen integrieren, kurze Schnecke, frostfreier Betrieb inklusive.

Welche Leistung für einen Minergie- oder Passiv-Neubau?

Für ein typisches Minergie-P-Einfamilienhaus in der Deutschschweiz reicht ein Pelletskessel von 4 bis 8 kW für Heizung und Warmwasser. Bei einer kleinen Minergie-Überbauung liegt die Leistung bei 15 bis 25 kW für 6 bis 10 Wohnungen, mit zentraler Wärmerückgewinnung.

Die Bemessung braucht einen SIA-380/1-Nachweis mit realen Lüftungsmengen und Nutzungsprofilen. Ohne Nachweis wird 30 bis 50 % überdimensioniert – der Jahresnutzungsgrad sinkt und der Brennraum verschmutzt im Teillastbetrieb.

  • Heizung + WW: 4-8 kW (Minergie-P-Haus); 15-25 kW (kleine Minergie-Überbauung).
  • Modulationsbereich anstreben: 30 bis 100 % der Nennleistung.
  • SIA-380/1-Nachweis ist vor der Kesselwahl Pflicht.

Was die Architektin im Plan vorsehen muss

Drei Vorgaben strukturieren den Technikraum: Volumen, Zugang, Sicherheit. Das Silo wird auf eine volle Heizsaison ausgelegt (4-6 Tonnen).

Der Schneckenweg vom Silo zum Kessel bleibt unter 6 m Länge und 2 Bögen, sonst bricht der Volumenstrom und die Schnecke blockiert.

  • Silo: 2-4 m² Grundfläche, 1,8 m Nutzhöhe, Saugschlauch zum LKW unter 25 m.
  • Pufferspeicher: 500-1 000 L, direkt neben dem Kessel, Ausdehnungsgefäss und Sicherheitsgruppe integriert.
  • Verbrennungsluft: mind. 100 cm² Mündung direkt nach aussen.
  • Asche: 20 L dichter Behälter, frontaler Zugang, jährliche Entleerung.
  • Sicherheitsabstände: 40 cm zu brennbaren Bauteilen, Türe nach aussen öffnend.

Förderungen und Unterhalt: Wirtschaftlichkeit ab Jahr 5

Die kantonalen Beiträge aus dem Programm Gebäude Holz sind mit der Klimaprämie der Stiftung KliK kumulierbar (ca. CHF 1.80 pro Liter eingespartem Heizöl), vorbehaltlich Anmeldung vor der Bestellung.

Beispiel Waadt: automatische Holzfeuerung ≤ 70 kW = CHF 8 500 (wenn < 20 kW oder Einfamilienhaus), sonst CHF 4 500 + CHF 200/kW. Genf: CHF 3 000 + CHF 50/kW, + CHF 1 000 mit Wärmezähler. Ansätze je nach Kanton variabel: vor der Vorplanung prüfen. Im Unterhalt reichen 1-2 Stunden pro Jahr und eine alle zwei Jahre fällige Rauchgaskontrolle. Pellet für 4-6 t Jahresbedarf bleibt preisstabil gegenüber Heizöl – das sichert die Liquiditätsplanung über 15-20 Jahre.

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