Neubau Mehrfamilienhaus Schweiz: Pellets oder Hackschnitzel – was wählen ab Vorprojekt?
Pellets oder Hackschnitzel für ein neues Mehrfamilienhaus in der Schweiz? Vergleich Logistik, Technikraum und kantonaler Förderungen.
Pellets oder Hackschnitzel: Was passt zum Mehrfamilienhaus-Neubau?
Für ein neues Mehrfamilienhaus in der Schweiz entscheiden Leistungsbedarf, Platzangebot und regionale Holzverfügbarkeit. Hackschnitzel (Dichte ~250 kg/m³) lohnen sich ab 100 kW, besonders in Waldregionen mit kurzen Wegen. Pellets (Dichte ~650 kg/m³) sind kompakter, sauberer und einfacher zu automatisieren – ideal im städtischen Umfeld.
- Hackschnitzel: günstigerer Brennstoff, aber grösseres Lager und mehr Wartung.
- Pellets: 2- bis 3-mal kleineres Lager, saubere pneumatische Förderung, einfach zu automatisieren.
Wie plane ich die Beschaffungslogistik ab dem Vorprojekt?
Dimensionieren Sie das Lager bereits im Vorprojekt für mindestens einen Monat Autonomie und prüfen Sie die LKW-Zufahrt: Wenderadius, Durchfahrtshöhe, max. 30 m Schlauchweg. Für Pellets schreiben Sie ENplus A1 im Leistungsverzeichnis vor – das ist das Minimum für homogene, staubarme Qualität mit Schneckenförderung.
- Pelletslager: ~1 m³ pro Tonne einplanen; pneumatische Saugförderung vorsehen.
- Hackschnitzellager: ~4 m³ pro Tonne; Schnecke oder Räumer einplanen.
- Verbrennungsluftzufuhr und Revisionsöffnung jederzeit zugänglich halten.
Wie viel Platz braucht der Technikraum?
Ein gut geplanter Biomasse-Raum umfasst Kessel, Lager und Pufferspeicher mit mindestens ~30 L/kW. Diese Trägheit reduziert die Taktzahl und verbessert den Jahreswirkungsgrad. EN 303-5 Klasse 5 und die EU-Verordnung 2015/1189 (Ökodesign) sollten im Leistungsverzeichnis stehen – das ist die Untergrenze für automatische Kessel ≤ 500 kW.
- Mindestfläche Technikraum: ~10 bis 15 m² für 50 kW Pellets.
- Lichte Raumhöhe: mindestens 2,30 m für Lagerzugang.
- Drehstromanschluss und Be- und Entlüftung oben/unten zwingend.
Welche Förderungen gibt es 2024 in der Schweiz?
Das Programm Gebäude zahlt kantonale Beiträge. Im Kanton Waadt (M-03, automatische Holzheizung ≤ 70 kW): CHF 8 500 bei < 20 kW oder Einfamilienhaus, sonst CHF 4 500 + CHF 200/kW. Im Kanton Genf (≤ 70 kW): CHF 3 000 + CHF 50/kW, plus CHF 1 000 bei zertifiziertem Wärmezähler. Den kantonalen Tarif immer vor dem Vorprojekt prüfen.
Der Klimabonus (Stiftung KliK) ergänzt rund CHF 1,80 pro Liter eingespartem Heizöl, ohne Limit – sehr vorteilhaft bei grösseren Anlagen. Die Anmeldung ist Pflicht vor Kauf oder Bestellung.
- Programm Gebäude und Klimabonus kombinieren: kantonale Kumulierungsregeln prüfen.
- Förderantrag vor Baubeginn über die kantonale Stelle einreichen.
Quellen
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