MethodikFür Architekten

Bivalenz Stückholz + Pellets: Heizautarkie für Schweizer Projekte ab Vorprojekt sichern

Mehrstoffkessel Holz + Pellets in der Schweiz: kantonale Förderungen, Dimensionierung ab Vorprojekt, Architekten-Checkliste.

Aktualisiert am 17. September 2026·4 Min. Lesezeit

Warum Stückholz und Pellets im selben Kessel kombinieren?

Ein bivalenter Mehrstoffkessel nimmt zwei Brennstoffe auf einem Kesselblock: Stückholz als Grundlast, Pellets als automatische Spitzenlast. Das gleicht Preisspitzen aus und sichert die Versorgung, selbst bei lokalem Pelletengpass.

Für ländliche oder periurbane Schweizer Projekte verbindet sie die niedrigsten Grenzkosten (eigenes Holzlager) mit dem Komfort eines automatischen Brennstoffs.

Welche kantonalen Förderungen für Biomasse-Heizungen 2026?

Das Gebäude­programm fördert Holzheizungen ausdrücklich; die Beträge werden pro Kanton festgelegt und ausbezahlt. Die Klimaförderung ergänzt diese Beiträge bei Heizöl- oder Gaseinsparung.

  • Waadt (M-03, automatische Holzheizung ≤ 70 kW): bis CHF 8 500 bei < 20 kW oder Einfamilienhaus; sonst CHF 4 500 + CHF 200/kW.
  • Waadt (M-02, Stückholz/Pellets mit Speicher): CHF 4 500.
  • Genf (≤ 70 kW): CHF 3 000 + CHF 50/kW, + CHF 1 000 bei zertifiziertem Wärmemengenzähler.
  • Klimaförderung (Energie Zukunft Schweiz / Stiftung KliK): ca. CHF 1.80 pro Liter Heizöl (bzw. m³ Gas) Einsparung, ohne Deckel — Anmeldung VOR Bestellung.
  • Aktuellen Tarif über den offiziellen Simulator des Gebäude­programms prüfen.

Dimensionierung ab Vorprojekt: Architekten-Checkliste mit 6 Punkten

Brennstoffwahl und Stellfläche gehören in dieselbe Phase wie die Gebäudehülle. Eine schlecht dimensionierte Heizung kostet doppelt.

  • Reellen Bedarf rechnen (Minergie, SIA 380/1); Leistung 20-30 % über Bedarf für den schwächeren Brennstoff.
  • Pelletslager: mind. 4-6 m³ für ein Einfamilienhaus (≈ 1 Jahr Autarkie).
  • Holzlager belüftet, trocken, ebenerdig für Sackkarre erreichbar.
  • Pufferspeicher ≥ 500 L für stabilen bivalenten Betrieb.
  • Rauchrohr nach EN 303-5 Klasse 5 und EcoDesign 2015/1189.
  • ENplus-Pellets für Leistung und volle Förderfähigkeit.

Wer fährt wann — Stückholz oder Pellets?

Saisonale Steuerung maximiert die Einsparung: Stückholz trägt die Winterlast, Pellets übernehmen Übergangszeit und Warmwasser.

Im Winter morgens und abends Stückholz nachlegen; die Pelletseinheit fängt Mittagsspitzen ab. In der Übergangszeit läuft nur die Pelletseinheit für WW und Spitzenlast. So sinkt die Rechnung und das Lager bleibt voll.

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