Neubau-Mehrfamilienhaus Schweiz: Pellets oder Hackgut — Logistik, Wirkungsgrad und Technikraum
Pellets oder Hackgut für einen Schweizer Neubau? Flächen, Silo, Puffer, Saisonwirkungsgrad, Wartung und Kantonsbeiträge — was Planer schon in der Vorplanung festlegen.
Pellets oder Hackgut: welcher Brennstoff für einen Neubau?
In einem Minergie- oder Niedrigenergie-Mehrfamilienhaus läuft die Zentralheizung überwiegend im Teillastbetrieb. Automatische Pellets (ENplus A1) bieten einfache Logistik: Blaslieferung, kompaktes Silo, stufenlose Modulation — ideal für 4 bis 12 Wohnungen.
Hackgut lohnt sich, wenn die Bauherrschaft einen lokalen Holzlieferanten und einen belüfteten Lagerraum hat. Rechnen Sie mit dem 2- bis 3-fachen Silovolumen, kontrollierter Feuchte (M30) und LKW-Zufahrt ab der Vorplanung — sonst wird Hackgut zur teuren Baustellenkorrektur.
- 4-8 Wohnungen: modulierende Pelletskessel 15-35 kW, Silo 4-8 t
- 10-20 Wohnungen oder Heizzentrale ≥50 kW: Hackgut möglich bei Lagerraum ≥25 m²
- EN 303-5 Klasse 5 und EcoDesign 2015/1189 in der Materialliste verlangen
Welche Flächen braucht der Technikraum ab der Vorplanung?
Ein Pellets-Technikraum braucht 12 bis 18 m²: Kessel, Pufferspeicher 800-1 500 L, Silotrichter und Förderschnecke. Erdgeschoss oder Keller mit direktem LKW-Zugang — ein Silo ohne Blaszufahrt verteuert Lieferungen und blockiert den Winterbetrieb.
Bei Hackgut kommt ein separater Lagerbereich (15-30 m²) und eine Wartungsöffnung ≥ 80 cm hinzu. Der Pufferspeicher bleibt Pflicht: 25 bis 30 Liter pro kW dämpft Kurzzyklen und stabilisiert den Saisonwirkungsgrad im Niedertemperatur-Netz.
Saisonwirkungsgrad und Wartung: was die Bewilligung nicht verzeiht
Eine um 30 % überdimensionierte Anlage verliert 5 bis 10 Prozentpunkte Saisonwirkungsgrad: häufige Zündungen, mehr Ruß, schnellerer Verschleiss. Dimensionieren Sie auf 100-120 % der berechneten Spitze (Heizung + WW), nicht mehr.
Jährliche Wartung hält die Klasse-5-Leistung: Wärmetauscher, Zug, Verbrennungsanalyse. Pellets: meist ein Service; Hackgut: zwei empfohlen. Im Unterhaltsbudget CHF 400-800 pro Wohnung und Jahr einplanen.
- Pellets: Saisonwirkungsgrad-Ziel 92-95 % mit Puffer und Modulation
- Hackgut: 85-90 % je nach Feuchte und Brennstoffqualität
- Schornstein: Zugberechnung ab Vorplanung — zu starker Zug senkt den Realwirkungsgrad
Welche Kantonsbeiträge für eine Zentralheizung ≤70 kW?
Das Gebäudeprogramm — Holzheizung zahlt kantonal festgelegte Beträge. Waadt (M-03, automatisch ≤70 kW): CHF 8 500 bei <20 kW oder Einfamilienhaus, sonst CHF 4 500 + CHF 200/kW. Genf (≤70 kW): CHF 3 000 + CHF 50/kW, + CHF 1 000 für zertifizierten Wärmezähler. Fördersätze immer auf leprogrammebatiments.ch prüfen.
Die Klimaprämie (Energie Zukunft Schweiz / Stiftung KliK) zahlt rund CHF 1,80 pro Liter Heizöl (oder m³ Gas) eingespart, ohne Obergrenze — lohnend bei Mehrfamilienhäusern. Anmeldung vor Kauf oder Bestellung Pflicht. Kumulierbar mit kantonaler Förderung; Beträge je nach Dossier variabel.
Quellen
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